Ich habe lange überlegt, mit welchem Thema ich meinen Blog starten soll. Nach reiflicher Überlegung gibt es meiner Meinung nach kein geeigneteres Thema als Anonymität im Netz.

Natürlich ist das Thema Anonymität im Netz durchaus ein riesiges Thema mit vielen Zweigen und Ästen, ich versuche hier aber beim Stamm zu bleiben und nicht zu weit abzuschweifen. Das bedeutet, dass ich mit euch die Themen TOR und VPN durchgehen möchte. Weitere Tipps und Tricks werde ich in der Zukunft in weiteren Posts erläutern.

Direkt am Anfang möchte ich betonen, dass ihr nicht zu 100 % anonym surfen werdet. An irgendeiner Stelle wird es immer Daten und Infos von euch geben, aber das Risiko erkannt zu werden, könnt ihr mit dieser Anleitung minimieren.

Wir müssen uns zuerst im Klaren sein, weswegen wir anonym sein wollen und was wir für Anforderungen haben.  Es macht einen Unterschied, ob ich oft zum Beispiel in Russland oder der Türkei bin und dort sicher und anonym Arbeiten möchte, oder ob ich in einem offenen WLAN eingeloggt bin und mir Gedanken um meine Sicherheit mache.

TOR

Wenn es dir um reine Anonymität geht und du nichts dafür bezahlen möchtest bist du mit TOR gut bedient. Auch wenn du zum Beispiel ein Journalist in einem Land bist, welches die Pressefreiheit größtenteils einschränkt, sollte TOR die erste Wahl sein.

Aber was ist TOR? Laienhaft gesagt startet man das TOR Browser Bundle und hat einen vorkonfigurierten Firefox ESR mit NoScript und HTTPS Everywhere vor sich. Die ganze Magie passiert im Hintergrund.

Tor Browser

Kurz erklärt verbindest du dich mit einem Eintrittsknoten, dieser verbindet sich mit einem weiterem Knotenpunkt und dann verbindest du dich ein letztes Mal mit einem Knoten, dem Austrittsknoten. Das bedeutet das deine Verbindung verschlüsselt durch 3 verschiedene Server gejagt wird und somit nahezu komplett anonym ist.

Selbst Edward Snowden benutzte das TOR Netzwerk um seine Dokumente über die NSA an die Washington Post und den Guardian weiterzuleiten. Viele Redaktionen bieten einen SecureDrop über das TOR Netzwerk an, um Whistleblowern einen sicheren Hafen zu bieten.

Wichtig zu erwähnen ist allerdings, dass nach dem Verlassen des Ausgangsknotens deine Verbindung nicht mehr verschlüsselt ist. Bedeutet, dass du dort weiterhin auf HTTPS bzw. andere Möglichkeiten setzen musst, damit deine Verbindung verschlüsselt ist.

Mit dem TOR Netzwerk kann man auch auf das Darknet zugreifen, allerdings möchte ich in diesem Artikel nicht weiter darauf eingehen.  Das TOR Netzwerk beziehungsweise die Funktionsweise des Netzwerkes hat natürlich auch seine Nachteile. Geschwindigkeit!

Das ganze Netzwerk ist natürlich nur so schnell wie die langsamste Verbindung unter den 3 Verbindungen die du nutzt. Bedeutet das du (gerade bei großen Webseiten) etwas länger auf die Website warten musst.

Fazit

Das Fazit zu TOR fällt somit durchaus positiv aus. Die Einrichtung und Handhabung ist extrem einfach, es ist keine Registration notwendig und Kosten fallen auch nicht an. Nur die Geschwindigkeit lässt stark zu wünschen übrig.

VPN

Ein VPN ist für viele im Alltag nicht mehr wegzudenken und auch ich bin aktuell mit einem VPN verbunden. Ein VPN ist ein Virtuelles Privates Netzwerk. Grundsätzlich macht ein VPN 2 Dinge. Zum einen versteckst du deine richtige IP hinter dem Server des Netzwerkes, mit dem du dich verbunden hast, sodass du dich nicht mit deiner richtigen IP auf Server verbindest und zum einen verschlüsselst du deinen gesamten Traffic.

Der Unterschied zum TOR Netzwerk ist die Geschwindigkeit und die Möglichkeit deine „Location“ auszuwählen. Dadurch das man sich nur mit einem einzigen Server verbindet und dieser Server kein lokaler Rechner von Wilfried (33) ist, sondern ein Server mit TOP Anbindung von einer großen Firma, hast du trotzdem noch eine Menge Speed.

Viele Nutzen ein VPN um sich zum Beispiel in einem öffentlichen WLAN abzusichern. Ich zum Beispiel bin gerade mit dem Uni-WLAN verbunden und freue mich darauf, dass niemand meine Verbindung „abhören“ kann, weil mein VPN meinen Traffic verschlüsselt.

Was sollte man bei einem VPN beachten?

no log policy – Man sollte immer auf eine no log policy achten. Bedeutet, dass der Betreiber keine Logs auf Ihren Servern speichert, die im schlimmsten Fall an die Behörden herausgegeben werden müssen. Auch dort solltet Ihr darauf achten, sich mit den richtigen Servern zu verbinden.

payments – Sicherlich lässt sich auch auf die Identität eines Nutzers schließen wenn man sich seinen Zahlungsverlauf anguckt. Wichtig ist es darauf zu achten, dass der VPN Anbieter anonyme Zahlungsmethoden anbietet. Dazu zählt zum Beispiel Bitcoin.

Netflix? – Netflix (oder andere Streaminganbieter) schließen inzwischen VPN Anbieter aus, damit das Geoblocking nicht umgangen werden kann. Einige Anbieter bieten spezielle Streamingserver an, damit auch das umgangen werden kann.

Firmensitz – Wichtig für mich ist auch immer der Sitz der Firma. Der VPN Anbieter sollte nicht in einem Land der 5 Eyes sitzen. Natürlich gibt es ja auch die 9 Eyes und die 14 Eyes.

5 Eyes: USA, Großbritannien, Kanada, Australien, Neuseeland
9 Eyes: 5 Eyes + Dänemark, Frankreich, Holland, Norwegen
14 Eyes: 9 Eyes + Deutschland, Belgien, Italien, Schweden, Spanien

Das einzige was du bei einem VPN beachten musst, ist das eine Registration vorausgesetzt wird und ein guter VPN leider auch etwas kostet. Eine Abrechnung pro Monat kostet ca. 10€ bei den meisten Anbietern.

Fazit

Ein VPN ist die perfekte Wahl um sicher und gleichzeitig anonym im Internet zu surfen. In der Einrichtung und auch in der Handhabung ist ein VPN ein wenig aufwändiger. Lohnen tut sich das aber trotzdem.

Gerade wenn man das Geoblocking von Netflix, Zensur durch den Internetanbieter umgehen oder in einem öffentlichen WLAN sicher arbeiten möchte, ist man mit einem VPN am besten bedient!

Ich bedanke mich ganz herzlich bei jedem Leser der meinen Artikel sehr genossen hat. Die Kommentarsektion gehört euch!

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Maurice Woitzyk
Hallo! Ich bin Maurice. Ich komme aus dem wunderschönen Magdeburg und wenn ich nicht gerade in CS:GO verzweifle, vertreibe ich mir meine Zeit mit meinem Blog und Web Design/Web Development.

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