In den letzten Jahren achten immer mehr Nutzer im Internet auf die eigene Sicherheit und vor allem auch auf mehr Datenschutz. Inzwischen ist auf fast jedem Rechner mindestens ein Ad-Blocker, Trackingschutz oder VPN installiert.

Obwohl inzwischen das Grundbedürfnis nach mehr Anonymität und Sicherheit im Internet bei vielen Usern geweckt ist, verzichten nur die wenigsten auf die persönlich zugeschnittenen Suchergebnisse von Google.

Verstehen kann das sicherlich jeder. Oftmals ist die Bedienbarkeit wichtiger, als die Anonymität. Geht denn nicht beides gleichzeitig? Genau das hat man sich offenbar im Jahr 2006 in den Niederlanden gedacht, da man in diesem Jahr mit Startpage eine Suchmaschine veröffentlicht hat, die genau dieses Bedürfnis befriedigt.

Was ist Startpage?

Wie im letzten Absatz bereits erwähnt, ist Startpage eine im Jahr 2006 in den Niederlanden gegründete Suchmaschine, die ihren Fokus auf Anonymität und Sicherheit legt. Der Unterschied zu anderen „anonymen“ und „sicheren“ Suchmaschinen wie DuckDuckGo liegt im Detail. So verzichtet man nicht auf die Suchergebnisse von Google.

Finanzieren tut sich die Suchmaschine ausschließlich über nicht personalisierte, kontextbasierte Werbung. Man setzt hier also nicht auf sogenanntes „Targeted Advertising“, sondern auf Werbung, die zur vom User getätigten Suchanfrage passt.

Startpage Poster in der U-Bahn
© Paul Cybulska – Quelle: startpage.com

Wie genau funktioniert die Suchmaschine?

Wie bereits erwähnt, bezieht Startpage seine Suchergebnisse im Gegensatz zu anderen Anbietern direkt von Google. Dabei verspricht das Unternehmen völlige Anonymität und besten Datenschutz. Aber wie genau funktioniert das?

Eine sichere und anonyme Suche über Startpage läuft in 4 Schritten ab, welche ich dir kurz und knapp näher bringe.

Schritt 1 – Entfernung der personenbezogenen Daten

Nachdem du deine Suchanfrage gestellt hast, werden alle deine persönlichen Daten (z. B. IP-Adresse) von den Startpage zugehörigen Servern, die man „On-Premises-Server“ nennt, entfernt. Diese Server werden in den Niederlanden betrieben, welches als eines der bestbewerteten Länder ist, was Datenschutz und Pressefreiheit betrifft.

Schritt 2 – Weiterleitung über „Application-Server“

Nachdem deine persönlichen Daten entfernt wurden, wird deine Suchanfrage über sogenannte „Application-Server“ durchgeführt. Dadurch hat weder Google noch Startpage Daten über dich gesammelt und du bekommst trotzdem die besten Suchergebnisse angezeigt.

Schritt 3 – Anzeigen der Suchergebnisse

Im vorletzten Schritt bekommst du völlig unpersonalisierte Suchergebnisse über die „On-Premises-Server“ zurück. Dadurch bekommst du genau die Informationen, wonach du gesucht hast.

Schritt 4 – Löschung der Suchanfragen

Zuallerletzt wird deine Suchanfrage von den Startpage-Servern und internen Protokollen gelöscht. Dadurch gibt es weder einen Suchverlauf noch ein Suchprofil von dir als Nutzer.

Startpage USP
Quelle: startpage.com

Anonyme Ansicht – Absolute Anonymität?

Die datenschutzfreundliche Suchmaschine aus den Niederlanden bietet dir mit der anonymen Ansicht eine weitere absolut einzigartige Funktion. Damit kannst du im Prinzip Webseiten besuchen, ohne personenbezogene Daten bei deinem Besuch zu hinterlassen.

In den Suchergebnissen von Startpage wird dir neben der Domain der Website ein Maskensymbol angezeigt. Sobald du dieses anklickst, öffnet sich ein neues Fenster. Die von dir ausgewählte Website wird in einem blauen Rahmen angezeigt, welcher dir als Indikator für die anonyme Ansicht dienen soll.

Anonyme Ansicht von Startpage

Du kannst dir die anonyme Ansicht wie ein Schutzschild für deinen Browser vorstellen. Dabei wird die Website nicht über deinen Browser geladen, sondern über einen Server von Startpage. Anschließend wird diese dann in deinem Browser angezeigt.

Dadurch wird eine dauerhafte SSL-Verschlüsselung gewährleistet und gleichzeitig jedes Übermitteln von personenbezogenen Daten verhindert.

Im Gegensatz zu einem VPN-Dienst wie NordVPN* wird dadurch jegliches Browser-Fingerprinting verhindert. Das bedeutet, dass die Website, die du gerade aufgerufen hast, folgende Informationen nicht hat, welche sie bei einem normalen Besuch hätte.

  • Betriebssystem (+ Version)
  • Browser (+ Auflösung, Einstellungen, Version)
  • Internetanbieter
  • IP-Adresse
  • Standort (Stadt, Land)

Die einzige Information, welche die Website über deinen Besuch verzeichnet, ist die Tatsache, dass jemand über den Startpage-Proxy die Website aufgerufen hat. Das war es dann auch schon. Es gibt aber zwei oder drei Nachteile.

Zuallererst dauert das Laden der Website mitunter etwas länger, was mit dem Proxy zu tun hat und außerdem wird das Ausfüllen von Formularen blockiert. Damit kannst du dich auf der von dir besuchten Website nicht anmelden.

Allerdings gibt es dafür einen sehr nützlichen Button mit der Aufschrift „Besuchen Sie die Original-Website“ unten rechts im Rahmen. Zu guter Letzt gibt es aufgrund der Blockaden von Startpage Probleme beim Laden von Webseiten. Ich habe mir 9 der am häufigsten besuchten Webseiten in Deutschland herausgesucht und diese getestet. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich gerade einmal 5 von 9 Seiten mit der anonymen Ansicht ohne Probleme bedienen konnte.

WebsiteFunktionstüchtig
amazon.deJa, ohne Beanstandungen
bild.deJa, ohne Beanstandungen
instagram.comNein (Cookie-Banner lässt sich nicht wegklicken)
pornhub.comJa, ohne Beanstandungen
spiegel.deJa, ohne Beanstandungen
twitter.comNein (Profile laden nicht)
web.deNein (Geblockt wegen des Login-Formulars)
wikipedia.orgJa, ohne Beanstandungen
youtube.comNein (Geblockt wegen des Login-Formulars)
Der Test erfolgte am 02.06.2022

Ich komme also zu dem Schluss, dass die Idee dahinter wirklich einfallsreich und nobel ist, allerdings ist die Technik teilweise noch nicht so ausgereift, wie man sie sich wünschen würde. Weitere technische Details findest du hier.

Startpage vs. Google

Jetzt haben wir uns detailliert angeschaut, wie die niederländische Suchmaschine funktioniert und aufgebaut ist. Aber wie macht sie sich in einem direkten Vergleich mit der weltweit führenden Suchmaschine Google?

Der Vorteil von Startpage gegenüber Google liegt eindeutig beim Datenschutz. Das Unternehmen hat seinen Sitz in den Niederlanden und unterliegt somit nicht den amerikanischen Gesetzen.

Selbstverständlich liefern beide absolut Spitzenergebnisse, allerdings unterscheiden sie sich trotzdem ein wenig, da Startpage im Gegensatz zu Google ausschließlich unpersonalisierte Suchergebnisse anzeigt.

Für die jüngere Generation bieten beide Suchmaschinen einen gutaussehenden Dark Mode. Bei den Features für die eigene Suchmaschine sehe ich allerdings Startpage wieder im Vorteil. Hier bietet man einen integrierten Proxy, was ein absolut einzigartiges Feature darstellt.

Noch eine kurze Information zum Klimaschutz. Beide Suchmaschinen arbeiten CO₂-neutral. Logischerweise hat Startpage aber einen viel kleineren CO₂-Fußabdruck, da sie weniger Server und weniger Personal versorgen müssen und zusätzlich eigenen Angaben nach absolut papierfrei arbeiten.

StartpageGoogle
Firma
EU-Hauptsitz✔️
Persönliche Daten und Suchverlauf werden nicht aufgezeichnet✔️
Unterliegt nicht dem Patriot Act & Freedom Act✔️
Suchergebnisse
Die besten Suchergebnisse✔️✔️
Unpersonalisierte Suchergebnisse✔️
Features
CO₂-neutral✔️✔️*
Dark Mode✔️✔️
Integrierter Proxy✔️
Verhindert Retargeting-Anzeigen✔️
* Logischerweise hat Google aufgrund der Größe als Firma einen immens größeren CO₂-Fußabdruck

Fazit

Kommen wir nun zu einem abschließenden Fazit. Wer besonderen Wert auf Anonymität und Datenschutz legt, aber gleichzeitig nicht auf die besten Suchergebnisse von Google verzichten möchte, bekommt dafür mit Startpage die beste Lösung.

Die niederländische Suchmaschine kommt mit einzigartigen Features wie einem integrierten Proxy und achtet die Privatsphäre des Nutzers. Meiner Meinung nach ist die anonyme Suchmaschine Startpage eine sehr gute Alternative zu Google.

Falls dir dieser Artikel gefallen hat, empfehle ich dir noch meinen Vergleich von 3 verschiedenen Privatsphäre-Add-ons. Darunter auch das offizielle Add-on von Startpage. Ich bedanke mich für deine Aufmerksamkeit – dein Maurice.

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