Wer kostenfrei und DSGVO-konform Statistiken zu den Besuchern seiner WordPress-Website erheben möchte, hat zwei Möglichkeiten. Entweder installiert man sich ein kostenfreies WordPress-Plugin, oder verwendet einen externen Analysedienst.

Besonders kleinere Webseiten werden dabei auf Plugins als kostenfreie Variante zurückgreifen, da sich monatliche Ausgaben von 5 EUR bis 20 EUR in den meisten Fällen nicht lohnen. Aber auch besser besuchte Webseiten sind nicht unbedingt auf umfangreiche Analysen angewiesen.

Wer das Vorwort direkt überspringen möchte, kann hier direkt zum Vergleich der Statistik-Plugins springen.

WordPress-Plugin vs. externer Dienst

WordPress-Plugin

Als Lösung ein WordPress-Plugin zu installieren hat diverse Vorteile. Zum einen sind gängige Lösungen wie Statify, Koko Analytics oder WP Statistics absolut kostenfrei und zum anderen hat man dadurch die absolute Datenhoheit.

Das Problem liegt hier aber im Detail. Während Statify und Koko Analytics selbst bei stark besuchten Webseiten die Performance der Website nicht spürbar beeinflussen, ist das bei umfangreicheren Lösungen wie WP Statistics nicht der Fall.

Aus diesem Grund wechselt man dann auf einen externen Dienst. DSGVO-konforme Anbieter gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Persönlich empfehlen kann ich aber Trackboxx und Plausible.

Externer Dienst

Externe Analysedienste haben den entscheidenden Vorteil, dass sie sehr umfangreiche Analysen bieten, während sie kaum messbar die Performance beeinflussen. In meinem Beitrag „Warum Plausible mein neuer Analysefavorit ist“ habe ich zum Beispiel angemerkt, dass das Analyseskript weniger als 1 KB groß ist und damit die Performance der Website nicht messbar beeinflusst.

Andererseits wirst du je nach monatlichen Aufrufzahlen mit hohen Kosten rechnen müssen. Ich möchte dir mal ein Beispiel geben. Trackboxx ist der günstigste Anbieter, der mir bekannt ist. Dort kostet ein Jahr 59,50 EUR (MwSt. inkl.), sofern man direkt das ganze Jahr bezahlt. Bei monatlicher Zahlweise ist man schon bei 71,40 EUR (MwSt. inkl.). Ob sich das wirklich lohnt, musst du selber wissen.

Statify vs. Koko Analytics

Kommen wir aber zum eigentlichen Testbericht. Heute stelle ich dir die sehr simplen und kostenfreien Analyselösungen für WordPress „Statify“ und „Koko Analytics“ vor. Erst vor kurzem bin ich durch Zufall auf Koko Analytics gestoßen und habe mich direkt verliebt. Daher wollte ich unbedingt mal einen Vergleich ziehen.

Statify kommt aus dem Hause pluginkollektiv mit Sitz in Deutschland, welches bereits für wertvolle Plugins wie „Antispam Bee“ bekannt ist. Entwickelt wird das sich inzwischen in der Version 1.8.3 befindliche Plugin seit März 2011.

Stand September 2022 läuft das Plugin weltweit auf über 200.000 WordPress-Blogs und hat bei 40 Rezensionen einen Schnitt von 4,5 Sternen.

Koko Analytics wird von ibericode entwickelt, einer Firma in den Niederlanden. Dort wurden bereits erfolgreiche Plugins wie „Mailchimp for WordPress“ und „Boxzilla“ entwickelt und veröffentlicht.

Das niederländische Plugin wird seit November 2019 aktiv entwickelt und befindet sich aktuell in der Version 1.0.33. Man darf auf 20.000 aktive Installationen zurückblicken. Hier zeigt sich aber eines, Qualität wird belohnt. Es gibt 86 Bewertungen mit unglaublichen 5 Sternen im Schnitt.

KategorieStatifyKoko Analytics
Aktive Installationen200.000 +20.000 +
Bewertungsdurchschnitt4/5 Sterne5/5 Sterne
Erstveröffentlichung20112019
Versionsnummer1.8.31.0.33
Stand der Informationen: 15.09.2022

Funktionsumfang

Der Funktionsumfang bestimmt in den meisten Fällen, welches Plugin wir uns als Betreiber eines WordPress-Blogs wirklich interessant ist. Kurz vorweg, beide Plugins erledigen ihren Job ohne Probleme.

Statify trackt zuverlässig sämtliche Aufrufe der User, aber nicht den User selbst. Nehmen wir mal an, dass du 80 Besucher hast, die insgesamt 100 Aufrufe generieren. Angezeigt werden dir leider nur die 100 Aufrufe. Bedauerlicherweise verzichtet man auf eine detailliertere Berichterstattung, sodass du nur ein Widget auf der Startseite hast.

Das Plugin funktioniert komplett ohne Cookies und ist mit den gängigen Cachingtechniken kompatibel. Es werden keinerlei externe Services für das Plugin verwendet, sodass du die 100-prozentige Datenhoheit besitzt und Referrer Spam kann effektiv ausgeschlossen werden.

Koko Analytics trackt nicht nur Aufrufe, sondern auch die Besucher, die sie verursachen. Dadurch ergibt sich eine leicht detailliertere Auswertung als bei Statify. Aufgrund dessen besitzt das niederländische Plugin auch eine extra Detailansicht.

Bei der Entwicklung des Plugins hat man besonders darauf geachtet, dass es sowohl mit Caching, als auch mit AMP kompatibel ist. Allerdings muss letzteres genauso wie ein Betrieb ohne Cookies extra eingestellt werden.

Auch hier verzichtet man auf die Verwendung von externen Diensten und kann mit Spam sehr gut umgehen, sodass diese nicht zu den Ergebnissen hinzugezählt werden.

Koko Analytics trackt grundsätzlich keine User, die sich mit aktiviertem Do Not Track-Modus des Browsers auf deiner Seite bewegen. Dadurch sind die Besucherzahlen grundsätzlich kleiner als bei Statify. Dieser Umstand lässt sich leider nicht in den Einstellungen anpassen.
DatumStatifyKoko Analytics
14.09.2022185 Aufrufe140 Aufrufe
15.09.2022186 Aufrufe135 Aufrufe
Die Zahl der Aufrufe unterscheidet sich durch die Akzeptanz des Do Not Track-Modus
KategorieStatifyKoko Analytics
AMP kompatibelNeinJa (möglich) *1
Betrieb ohne CookiesJaJa (möglich) *2
Cache kompatibelJaJa
Detaillierte ÜbersichtNeinJa
DSGVO-konformJaJa
Keine externen ServicesJaJa
Referrer Spam ausschließenJaJa
Stand der Tabelle: 16.09.2022 / Ja (möglich) *1 = Nur mit AMP *2 = Muss extra eingestellt werden

Dashboard

Dashboard Koko Analytics
Das Dashboard von Koko Analytics ist übersichtlich und modern gestaltet

Leider kann ich hier zu Statify keine Angaben machen, da das Plugin mit Absicht so konzipiert wurde, dass es keine extra Seiten benutzt und die Daten direkt über das Widget auf der Startseite angezeigt werden.

Wer eine zusätzliche Ansicht haben möchte, kann sich das Plugin Statify – Extended Evaluation installieren. Die bereits durch Statify getrackten Aufrufe werden viel detaillierter ausgewertet und in einem Dashboard ausgegeben.

Koko Analytics hingegen bietet ein wirklich übersichtliches, aber gleichzeitig modernes Dashboard. Als Blickfänger fungiert die dunkle Leiste, welche sich über die gesamte Bildschirmbreite erstreckt. Hier werden sämtliche Besucher und Aufrufe des eingegebenen Zeitraums und die Aufrufe der letzten Stunde aufgelistet.

Darunter erstreckt sich ein Balkendiagramm in zwei verschiedenen Grüntönen über den Bildschirm, welche die Besucher, sowie die dazugehörigen Klickzahlen anzeigt. Diese Übersicht werde ich dir nachher noch einmal beim Widget auf der Startseite zeigen.

Abschließend werden zwei Tabellen nebeneinander dargestellt. Hier werden die aufgerufenen Seiten, sowie die Verweise sortiert aufgelistet. Meiner Meinung nach findet man sich hier sehr gut zurecht.

Einstellungen

Kommen wir also zu den Einstellungsmöglichkeiten. Eine kleine Information vorweg. In keinem der beiden Menüs „verläuft“ man sich. Trotzdem gibt es kleinere Unterschiede.

Unter Statify kann man typische Einstellungen vornehmen, wie:

  • Aufbewahrungszeit für Daten
  • Anzeige anpassen
  • Benutzergruppen ausschließen

Allerdings kann man auch die Art und Weise des Trackings anpassen. So kann man aus drei verschiedenen Möglichkeiten auswählen. Da heutzutage jeder Blog mit Caching arbeitet, sollte man hier JavaScript-basiertes Tracking einstellen.

Wenn wir uns die Einstellungsseite von Koko Analytics anschauen, bemerken wir zwei große Unterschiede. Einerseits ist das Plugin theoretisch in der Lage, Besucher über einen gesetzten Cookie wesentlich besser zu identifizieren, was man heutzutage aufgrund der DSGVO nicht mehr machen sollte. Solltest du dies doch in Anspruch nehmen wollen, wirst du um ein DSGVO-Banner nicht herumkommen. Dazu empfehle ich dir Borlabs Cookie*.

Andererseits kann man hier die ausgeschlossenen Benutzergruppen viel feiner einstellen. Während man bei Statify nur auswählen konnte, ob man alle angemeldeten Nutzer ausschließen möchte, kann man hier einzelne Benutzergruppen zulassen bzw. ausschließen. Ansonsten gleichen sich die Einstellungsmöglichkeiten mit denen von Statify.

Performance

Kommen wir zu einem der wichtigsten Kriterien – der Performance. Wie groß ist die Datei, welche für das Plugin geladen werden muss, wie gut ist sie optimiert und vor allem, wie wirkt sich die Datei auf die Ladezeit meiner Website aus?

gtmetrix Score

Darf ich vorstellen? Das Ergebnis des Tests meiner Website über gtmetrix.com. Bei mir laufen für den Test beide WordPress-Plugins gleichzeitig und ich komme trotzdem auf eine maximale Ladezeit von 1,2 Sekunden, was ein echt starkes Ergebnis darstellt.

Logischerweise hat dies auch etwas mit einer optimierten WordPress-Website und einem gut konfigurierten Server zu tun. Schauen wir uns einmal die Waterfall-Übersicht an, über die sämtliche Scripte einzeln aufgeführt werden.

Statify und Koko Analytics JS-Dateien

Wie du erkennen kannst, ist das Script von Statify mit 542 Bytes nur etwa halb so groß wie das Script von Koko Analytics, welches 1,11 Kilobyte groß ist. In der tatsächlichen Ladezeit merkt man diesen Unterschied allerdings nicht.

Der Unterschied ist zwar messbar, aber nicht spürbar. Was mir gefällt ist die Tatsache, dass beide Scripte minimierten Code verwenden und so eine schnellere Auslieferung aktiv unterstützen.

Abschließend kann ich nur sagen, dass beide Plugins logischerweise einen messbaren Einfluss auf die Geschwindigkeit meines WordPress-Blogs haben, allerdings ist dieser in beiden Fällen nicht fühlbar.

KategorieStatifyKoko Analytics
Größe des Scripts0,54 KB1,11 KB
Ladezeit158 ms174 ms
Stand der Tabelle: 16.09.2022

Widget (Startseite)

Dashboard Widgets
Die Widgets im Dashboard von Statify und Koko Analytics nebeneinander

Bei den Widgets für die Startseite im Dashboard von WordPress erkennt man eindeutig die Unterschiede in der Funktionsweise der beiden Plugins.

Statify bietet von Haus aus keine extra Seite mit detaillierteren Statistiken, sodass sämtliche Daten direkt über das Widget ausgeliefert werden müssen. Dazu zählen Folgendes.

  • Aufrufe
  • Quellen
  • Inhalte
  • Gesamtzahlen (zwei Zeiträume)

Koko Analytics hingegen hat eine extra Seite für detailliertere Statistiken, sodass man hier auf ein sehr übersichtliches Widget setzt. Bis auf ein Balkendiagramm mit Besuchern und deren Aufrufen gibt es hier nichts zu sehen.

Welches Plugin sollte ich nutzen?

Kommen wir zum abschließenden Fazit bei diesem Vergleich. Beide Plugins, sowohl Statify als auch Koko Analytics, werden von namhaften Teams entwickelt und mit regelmäßigen Updates versorgt.

Welches Plugin man im Endeffekt verwenden sollte, hängt meiner Meinung nach von nur einer Tatsache ab. Wie detailliert soll das Tracking sein? Wenn es dir reicht, dass die aktuellen Aufrufe deiner Beiträge getrackt werden, sodass du erkennen kannst, was aktuell im Trend ist, dann reicht Statify aus. Das Script ist etwas kleiner und lädt ein klein wenig schneller.

Wen du allerdings auf etwas detailliertere Statistiken setzen möchtest und gleichzeitig die Entwicklung deiner Besucherzahlen beobachten möchtest, solltest du auf Koko Analytics zurückgreifen.

Ich erinnere hier allerdings nochmal daran, dass Koko Analytics grundsätzlich keine User trackt, die im Do Not Track-Modus unterwegs sind. Dadurch sind die Besucherzahlen grundsätzlich kleiner als bei Statify.

Egal für welches Statistik-Plugin du dich entscheidest, mit beiden Plugins machst du im Grunde nichts falsch! Ich hoffe, dass dir dieser Beitrag gefallen hat. Bis zum nächsten Mal – dein Maurice.

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